Einleitung zur Politologie der Liebe


Der Mensch ist, allein auf sich selbst gestellt, so gut wie nicht überlebensfähig. Der Mensch braucht andere Menschen (Gemeinschaft/Gesellschaft), um ein menschengerechtes Leben führen zu können. Auch wenn es einzelne Menschen auf der Erde geben sollte, die alleine, völlig unabhängig von anderen Menschen überleben, für die Erklärung der Probleme, die durch das Zusammenleben der Menschen entstehen, sind solche Menschen irrelevant. Die Vorteile einer Gemeinschaft (oder Gesellschaft), wie zum Beispiel Arbeitsteilung, Tausch und gegenseitige Hilfe, sind für den Menschen eine Notwendigkeit. Die Nachteile, die beim Zusammenleben der Menschen entstehen, sind die Probleme der Menschen, wie zum Beispiel kapitalistische Ausbeutung, fremdverschuldete Armut, Unterdrückung, Überwachung, Sklaverei, Mobbing, Folter, Verwaltung, etc.

Die Menschen können auf zwei Arten zusammen leben, auf freiwilliger Basis (Liebe) oder gezwungenermaßen (Macht). Eine Gruppe von Menschen, die freiwillig zusammen ist, bezeichnet man als eine Gemeinschaft. Eine Gesellschaft hingegen ist eine Gruppe von Menschen, die durch Macht gezwungen ist, zusammen zu sein. Menschen wollen möglichst mit Menschen zusammen sein, mit denen das Zusammenleben am unproblematischsten ist. Liebenswerte Menschen (Herzmenschen), also Menschen mit denen man freiwillig zusammen sein will, haben demnach charakterliche Eigenschaften, die das Zusammenleben angenehm machen, wie zum Beispiel Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeitssinn, Mitgefühl (Empathie), Friedfertigkeit und natürlich eine gewisse soziale Intelligenz etc.

Mit nicht liebenswerten Menschen (Machtmenschen), also mit Menschen mit denen das Zusammenleben aufgrund ihrer Eigenschaften mit möglichen Problemen verbunden ist, will man eher meiden und freiwillig nicht zusammen sein. Damit nicht liebenswerte Menschen die lebensnotwendigen Vorteile des Zusammenlebens nützen können, müssen sie andere Menschen dazu zwingen (Macht ausüben), mit ihnen zusammenzuleben und zusammenzuarbeiten. Aber ohne Verwaltung kann man keine Macht ausüben. Moderne Gesellschaften und politische Machtsysteme sind aus dem Streben des nicht liebenswerten Menschen entstanden, die durch Macht (Geld, Wissen, Einfluss, Gewalt) Menschen dazu zwingen, mit ihnen zusammenzuleben.

Die Menschen verhalten sich instinktiv ihrem Charakter gemäß. Das bedeutet, dass Herzmenschen (liebenswerte Menschen) instinktiv nach Liebe streben und bemüht sind das Zusammenleben durch Liebe zu regeln. Das Zusammenleben über Liebe regeln zu wollen, bedeutet lediglich, dass niemand zu irgendetwas gezwungen werden soll. Machtmenschen dagegen müssen andere Menschen dazu zwingen, mit ihnen zusammenzuleben, weil sie nicht liebenswert sind. Machtmenschen streben deshalb (instinktiv) nach Macht und kommen daher im Machtsystem am ehesten nach oben an die Macht. Die Menschen, die in einem politischen Machtsystem leben, werden in erster Linie von nicht liebenswerten Menschen regiert. Deshalb gibt es so viel Übel in der Welt, das in erster Linie aber nur durch machtlose Menschen direkt angeprangert wird, die das Herz und die Intelligenz besitzen diese zu begreifen. Die Ursachen für die (sozialen) Probleme in der Welt sind auf die Ausübung von Macht zurückzuführen.

Da nicht liebenswerte Menschen am eifrigsten im Machtsystem nach oben streben, sind sie in der Verwaltung entsprechend häufig vertreten. Man kann im Allgemeinen also feststellen, dass die eifrigsten schlechten Menschen die Arbeit vom Rest der Menschen verwalten, hauptsächlich in die eigene Tasche. Mittel zur Macht ist Angst, weil man über Menschen nur Macht ausüben kann, wenn man sie in eine Zwangslage bringt, in der sie zum Beispiel Existenzangst erleiden. Armut und Angst ist also Mittel zum Zweck für Machtmenschen. Angst macht Hass. Die "Verlierer" des Machtsystems versuchen sich natürlich zu wehren, da sie aber keine Macht haben, können sie das in erster Linie nur im privaten Umfeld und von der Straße aus, durch primitive Macht, zum Beispiel durch Demonstrationen, Rassismus(Fremdenfeindlichkeit), Terrorismus, Nationalismus oder Kriminalität.

Rassismus(Fremdenfeindlichkeit) und Terrorismus sind Versuche, die nicht liebenswerten Menschen trotz Macht und Politik aus der Gemeinschaft zu drängen, um so die Probleme, die sie verursachen, zu lösen. Sozialismus ist der Versuch, die Handlungen der nicht liebenswerten Menschen zu neutralisieren oder abzuschwächen, ohne sie aus der Gemeinschaft/Gesellschaft zu drängen. Wenn nur liebenswerte Menschen auf der Welt wären, dann gäbe es eine Art Anarchismus auf der Welt. Wenn es nur intelligente Menschen gäbe, dann würde eine Art guter Kommunismus (Sozialismus) herrschen. Nicht zu verwechseln ist dieser zum Beispiel mit dem osteuropäischen Staatskapitalismus des 20. Jahrhunderts, der fälschlicherweise auch als Kommunismus bezeichnet wird.

Wenn man als Mensch das bestmögliche Wohl aller Menschen im Sinn hat, dann kann man feststellen, dass es zwei mögliche Extreme und einen gangbaren Mittelweg gibt. Das eine Extrem ist Anarchie (absolute Machtlosigkeit) und das andere Extrem ist der Kapitalismus. In der Anarchie geht es den liebenswerten Menschen am besten und die nicht liebenswerten Menschen werden gemieden und sind am Rande der Gemeinschaft oder ganz ausgeschlossen, wodurch ihr Überleben gefährdet ist. Im Kapitalismus hingegen ist es genau umgekehrt, da sind die liebenswerten Menschen die Verlierer, weil sie nicht nach Macht streben. Die Menschen sollten sich auf einen Weg der Mitte einigen. Dieser Mittelweg wäre ein guter Kommunismus oder eine soziale Marktwirtschaft. Das Problem an der sozialen Marktwirtschaft ist, dass man als guter Mensch ständig kämpfen und am Ball bleiben muss, weil das System durch Machtmenschen verwaltet und dadurch in ihrem Sinne gestaltet wird, wenn man nichts dagegen tut. Auch im Kommunismus gibt es Macht, die in erster Linie von Machtmenschen ausgeübt wird. Einen guten diktatorischen Kommunismus kann es nur geben, wenn ein liebenswerter Mensch an die Macht kommt und das ist sehr unwahrscheinlich.


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