Liebe


Wenn das Thema die Liebe ist, dann denken viele Menschen zuerst an die romantische Liebe oder gar an die sexuelle Liebe. Aber es gibt noch andere Arten von Liebe, wie unter anderem freundschaftliche Liebe oder fürsorgliche Liebe, selbst materielle Liebe kann es geben. In diesem Text wird die Liebe in erster Linie in ihrer allgemeinen Bedeutung verwendet, mit besonderer Betonung der Solidarität (freundschaftlichen Liebe).

Bei der Liebe muss man zwischen der gefühlten Liebe und der gefühlslosen Liebe unterscheiden. Die gefühlslose Liebe ist eine gewisse egoistische Erwartungshaltung einem anderen Menschen gegenüber, die aber bei entsprechender Intelligenz auf wahren Tatsachen basieren kann. Man erwartet, dass das Zusammenleben mit diesem Menschen möglichst unproblematisch und effektiv funktioniert, dass also dieser Mensch einem nicht verletzt und beschließt aus einer geistigen Überlegung heraus mit diesem Menschen zusammen sein zu wollen. Mit Menschen, denen gegenüber man positive Erwartungen hat, ist man gerne zusammen. Diese berechnete (gefühlslose) Zuneigung bezeichnet man als (kalte) Liebe. Die kalte Liebe hält einen Menschen nicht davor ab Macht auszuüben, sondern kann sogar das Mittel zum Zweck sein, um Macht auszuüben. Deshalb wird diese Form der Liebe eher nicht als Liebe bezeichnet.

Viele Menschen bezeichnen aber nur die gefühlte Liebe als (wahre) Liebe, also wenn man über diese freiwillige Zuneigung zu einem anderen Menschen ein Glücksgefühl empfindet. Diese gefühlte Liebe ist das Wunderbarste und Genialste, was die Evolution beim Menschen hervorgebracht hat. Die gefühlte Liebe überwindet den Egoismus im Menschen und da man über die gefühlte Liebe relativ einfach und frei ein unvergleichbares Gefühl der Zufriedenheit und Glückseligkeit empfinden kann, sind liebende Menschen viel gutmütiger, genügsamer und friedlicher. Auch in der ärgsten Armut kann man über die Liebe Glück empfinden und glücklich sein. Wahre Liebe kann man sowieso nicht kaufen!

Die gefühlte Liebe ist ein gewisser menschlicher Reichtum, weil man relativ einfach Glück und Zufriedenheit empfinden kann. Menschlich arme Menschen dagegen versuchen über materiellen Reichtum glücklich zu werden und erhoffen sich aufgrund ihres materiellen Reichtums auch eine gewisse Zuneigung (kalte Liebe) von anderen Menschen. Materiell reich kann man im Normalfall aber durch eigene Arbeit nicht werden, sondern nur wenn man andere für sich arbeiten lässt. Materieller Reichtum führt also zu zwischenmenschlichen Problemen.

Die soziale Bindung, die die Liebe unter den Menschen schafft, ist nur für die liebenswerten Menschen zugänglich, die keine Probleme durch das Zusammenleben verursachen. Nicht liebenswerte Menschen versuchen deshalb, Bindungen über Macht (Geld, Wissen, Einfluss, Gewalt) aufzubauen. Um Macht aufzubauen braucht man eine Verwaltung (Parasitentum). Da auch liebenswerte Menschen nicht von Luft und Liebe leben können und da sie aufgrund ihres Charakters nicht in die Verwaltung streben, sind sie in einer Gesellschaft gezwungen mehr zu arbeiten um die Parasiten in der Verwaltung zu erhalten und sie müssen zusätzlich auch noch für die Gier mancher Machtmenschen arbeiten. Zu alledem zerstören die Machtstrukturen die über die Liebe geschlossenen sozialen Bindungen der Menschen zueinander, wodurch den liebenden Menschen das Liebesglück genommen wird, das diese Menschen zum Beispiel durch die solidarische Ökonomie erfahren könnten.

Ein gesundes keine unnötige Probleme verursachendes Leben ist nur in der Liebe möglich. Ein Mensch, der nicht liebt und keine (krankhaften) Triebe hat, ist evolutionär unter normalen Bedingungen kaum überlebensfähig. Nicht liebende Menschen brauchen Triebe die sie zum Überleben anleiten, wie den Macht-, Sexual- oder Fortpflanzungstrieb. Alle diese Triebe können zu Problemen führen. Der Fortpflanzungstrieb zum Beispiel: Wenn man viele Kinder macht, dann kann das zu demographischen und ökonomischen Problemen führen. Der Sexualtrieb kann dazu führen, dass man jemanden sexuell vergewaltigt. Der Machttrieb führt zu vielerlei sozialen und ökonomischen Problemen. In der Liebe kann man die Vorteile des Zusammenlebens ohne Macht und Machttrieb nutzen und in der Liebe kann man sich auch ohne Triebe fortpflanzen. In einer Gesellschaft, in der Ungerechtigkeiten wie Ausbeutung und Kapitalismus herrschen, entscheiden sich die liebenswerten Menschen als erste, keine Kinder in diese Welt zu setzen. Es kann hier also zu einem verschleierten Genozid der Machtmenschen über die Herzmenschen kommen.

Eine geniale Einrichtung der Natur, die einen Menschen sehr liebenswert macht, ist das Mitgefühl (Empathie). Das Mitgefühl motiviert einen, sich um das Wohl eines anderen Menschen zu sorgen, weil man die Gefühle des anderen fühlt, als wären es die eigenen. Man ist also aus egoistischen Gründen am Wohlergehen von anderen Menschen interessiert um selbst Glück zu erfahren. Mitfühlende Menschen sind glücklich, wenn andere Menschen glücklich sind.

Aber man kann in niemanden hineinschauen. Es steht also jedem frei sich liebenswert zu verhalten und so geliebt zu werden. Auch ohne Mitgefühl kann man mit ein wenig guten Willen sich etwas um andere Menschen sorgen und sich für ein wenig Gerechtigkeit und Fairness einsetzen. Das Einzige was dazu notwendig ist, ist Verstehen, wie schön die Welt sein könnte, wenn überall ein wenig die Liebe herrschen würde. Dass überall nur die Liebe herrscht, das ist gar nicht notwendig.


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