Fremdenfeindlichkeit


Menschen versuchen, sich vor Übergriffen anderer zu schützen. Übergriffe kann man im Allgemeinen als die Ausübung von Macht bezeichnen. In einer demokratischen Gesellschaft, in der Menschen gezwungen sind zusammen zu leben, versuchen jene, die sich nicht anders gegen Übergriffe wehren können, Menschen mit bestimmten leicht erkennbaren Merkmalen, von denen sie Übergriffe befürchten, auszugrenzen. In einer demokratischen Gesellschaft ist die demokratische Minderheit besonders gefährdet Übergriffen ausgesetzt zu sein. Ein Mensch der demokratischen Minderheit kann aus einem durchaus gerechten Gedanken heraus beschließen, dass er selbst aufgrund dessen, weil über ihn demokratisch gerichtet wird, auch über eine Gruppe von Menschen demokratisch richtet. Wenn also die Mehrheit einer Gruppe von Menschen mit einem bestimmten Merkmal keine Gefahr darstellt, so sind diese Menschen mit diesem Merkmal willkommen, ansonsten nicht. Als Merkmale kommen eher leicht erkennbare Äußerlichkeiten und Eigenschaften in Frage, wie z. B. Haar, Haut oder Augenfarbe oder nationale, ethnische oder religiöse Zugehörigkeit.

Menschen versuchen aufgrund ihrer beschränkten Möglichkeiten, Menschen anhand von leicht erkennbaren Merkmalen nach einem demokratischen Prinzip in Gut und Böse einzuteilen. Demokratie ist nicht gerecht! Man darf aber nicht das demokratische System tolerieren und gleichzeitig diese Menschen verurteilen. Vielmehr sollte man versuchen die Menschen anzuprangern, die die Übergriffe gegen diese Menschen verüben, wodurch diese überhaupt erst dazu verleitet werden, sich gegenüber bestimmten Menschen ausgrenzend zu verhalten. Die Menschen, die die Übergriffe verüben, sind in erster Linie Menschen mit viel politischer, wirtschaftlicher oder medialer Macht, also in hohen Positionen im Machtsystem. Das Verhalten von Menschen, aufgrund oberflächlicher Merkmale über Menschen zu richten, ist als ein Hilfeschrei eines Menschen in einer Notsituation zu verstehen. Übergriffe dürfen aber, aus welchen Gründen auch immer sie geschehen, unter keinen Umständen toleriert werden! Nicht zuletzt deshalb, weil die wahren Täter für die Opfer schwer zu kriegen sind und daher eher Unschuldige diesem Verhalten zum Opfer fallen.

Ausländerfeindlichkeit hat zwar keine andere Ursache, ist aber begründeter. Menschen, die in ein fremdes Land „flüchten“, sind normalerweise ökonomisch bedingt eher genügsamer. Diese Menschen sind also bereit einen niedrigeren Lebensstandard in Kauf zu nehmen und für weniger Geld zu arbeiten, weil sie überhaupt froh sind Arbeit zu haben, um sich erhalten zu können. Ausländer kann man also prinzipiell als billige Arbeitskräfte ausbeuten. Diese Menschen stehen aber mit der demokratischen Minderheit im neuen Land in direkter Konkurrenz, denn die Einheimischen sind dadurch gezwungen auch billiger zu arbeiten. Einheimische Arbeiter verlieren aufgrund ausländischer Zuwanderer an Lebensqualität und sind aus diesem Grund ausländerfeindlich. Dass diese Einstellung von gewissen Politikern aus Machtgründen aufgegriffen und instrumentalisiert wird ist aber ein anderes Thema.

Ein ausdrucksstarker Mensch (Haut, Augen, etc.), der seinen Geistes-, Gefühls- und Gesundheitszustand vor anderen Menschen nicht verheimlichen kann, kann bei entsprechenden Problemen anderen Menschen gegenüber, die ihren Gemütszustand verheimlichen können, sozial benachteiligt sein. Insofern ist die ausgrenzende Haltung eines solchen Menschen gegenüber weniger ausdrucksstarken Menschen begründet. Die Probleme, die als Folge solchen Verhaltens entstehen, sind aber überschaubar und deshalb vernachlässigbar. Dieses Verhalten relativiert sich zudem auch mit zunehmendem Alter, weil im Endeffekt dann doch andere Werte zählen, wie zum Beispiel gewisse charakterliche Eigenschaften.

Politische Systeme sind ein deutliches Zeichen dafür, dass das Schlechte und das Böse existent sind. Menschen sind also in einem politischen System gewissermaßen ständig auf der Hut und versuchen immerfort das Böse auszumachen, um sich dagegen wehren zu können. Bezüglich Partnerwahl lässt sich feststellen, dass ein guter Mensch in erster Linie seinesgleichen als potenziellen Partner bevorzugt, weil er sich selbst kennt und dadurch seinesgleichen ein gewisses Vertrauen schenkt. Dieses Auswahlverfahren ist aber nicht zuletzt von oberflächlichen und äußerlichen Kriterien beeinflusst. Ein Mensch also, der einen anders aussehenden Partner hat, outet sich oberflächlich betrachtet als ein schlechter Mensch und ist natürlich ein potenzielles Opfer für Ausgrenzung und Übergriffe. Aber Liebe ist grundsätzlich etwas, was zum Beispiel mit Aussehen gar nichts zu tun hat. Also auch dieses Verhalten relativiert sich mit zunehmender Lebenserfahrung.

Wenn ein Mensch sich gegenüber jemandem ausgrenzend oder gar übergreifend verhält, dann kann der Ausgegrenzte, als Reaktion auf die Ausgrenzung, selber ausgrenzend oder gar übergreifend werden. So kann sich die eigentliche Ursache für diese Probleme verschleiern und es entsteht ein Konflikt unter den Opfern.

Jegliche Interessen, Einstellungen und Verhaltensweisen von Menschen können politisch, wirtschaftlich oder medial missbraucht werden um mehr Macht über diese Menschen zu bekommen und sich zum Beispiel selbst eine parasitäre Lebensform zu ermöglichen. Aber die durch Übergriffe der Menschen an der Macht verursachte Verhaltensweise, andere Menschen auszugrenzen, dazu zu benützen und zu fördern, um noch mehr Macht über die Menschen zu bekommen, ist ganz besonders perfid (zum Beispiel politisch geförderter Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit oder Hetze gegen Personengruppen).

Das Verhalten von Menschen über andere Menschen zum Beispiel aufgrund von Äußerlichkeiten zu richten, kann dazu führen, wenn einem dieses Verhalten bewusst ist, dass man sich für das Verhalten eines Anderen fremdschämt, wenn man gewisse äußerliche Übereinstimmungen feststellt und man erwartet, dass das Verhalten eines anderen Menschen gewisse Vorurteile gegen einem selbst wecken könnte.

Der Mensch ist zudem geneigt, sich das Verhalten von sympathischen Menschen anzueignen. Dieses Verhalten sympathischer Menschen könnte aber natürlich auch von falschen Vorurteilen geprägt sein, wenn also die Mehrheit von Menschen mit einem bestimmten Merkmal die damit verknüpfte Eigenschaft nicht aufweist. Absolut betrachtet sind solche Verhaltensweisen, über Menschen verallgemeinert zu richten, natürlich immer falsch.

Um diese Verhaltensweise von Menschen nachvollziehen zu können, muss man u. a. verstehen, was Macht ist, wie Macht ausgeübt werden kann und welche Handlungen Machthandlungen sind. Im demokratischen Politzirkus geht es darum, die Macht zu verteilen. So kann man auf unterschiedlichen Wegen zu Macht kommen und Institutionen für sich missbrauchen, um ohne ehrliche Arbeit leben zu können. So sind also nicht nur die Menschen, die sich im Machtsystem hocharbeiten Täter, sondern auch jene, die zum Beispiel das Sozialsystem missbrauchen, um sich so von den Arbeitern erhalten zu lassen. Die größten Verbrecher sitzen aber in den oberen Etagen – so ist es heuchlerisch (oder dumm) über die Sozialschmarotzer zu schimpfen aber gleichzeitig nicht auch die zu kritisieren, die durch Verwaltung die Arbeiter abzocken. Gewalt in jeglicher Form ist Ausübung von Macht. Ein Mensch kann in einem Machtsystem auch strukturell gewalttätig sein, ohne seine Hände schmutzig zu machen. Indem man z. B. lediglich eine Unterschrift unter ein Formular setzt, kann man Menschen töten.


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