Evolution der Persönlichkeiten
Dass man zwei völlig gleiche Menschen auf der Welt findet ist kaum vorstellbar. Jeder Mensch ist anders, so scheint es zumindest im Alltag. Darum erscheint es eine abstruse Idee zu sein, die möglichen Eigenschaften der Menschen zu erfassen und die Menschen anhand ihrer Eigenschaften in Persönlichkeiten einzuteilen, um so die Probleme in der Welt und die Konflikte unter den Menschen zu erklären. Aber es gibt menschliche Eigenschaften, die sich gegenseitig nicht gut vertragen und somit gegenseitig ausschließen bzw. zu evolutionären Nachteilen führen.
Nehmen wir zum Beispiel den Fall, dass ein nicht liebenswerter Mensch nach Liebe strebt. Dieser Mensch wird, weil er aus welchen Gründen auch immer nicht liebenswert ist, schwer Liebe finden um glücklich zu werden. Solche Menschen führen ein eher unglückliches Leben und sind daher für das evolutionäre Überleben eher ungeeignet. Sie sind daher eher selten und werden immer seltener, bis es sie überhaupt nicht mehr gibt. Übrig bleiben entweder Menschen, die liebenswert sind und nach Liebe streben, oder die, die nicht liebenswert sind und nicht nach Liebe streben.
Es kann auch liebenswerte Menschen geben, die nicht nach Liebe streben. Aber da der Mensch einen zwischenmenschlichen Zusammenhalt braucht, der entweder auf Liebe oder auf Macht basiert, sind auch diese Menschen eher selten, weil Macht und Liebe Gegensätze sind und sich gegenseitig ausschließen. Einen Menschen, der sowohl über Macht als auch über Liebe Glück empfindet, kann es auch nicht als evolutionäre Erfolgsgeschichte geben, weil dieser sich in so einem Fall zuerst für die Liebe als Glücksquelle entscheidet, die Liebe jedoch durch Machthandlungen sehr leicht zerstört werden kann. Wenn das Vertrauen in einem Menschen verloren gegangen ist, dann kann es so gut wie gar nicht mehr zurückgewonnen werden. Solche Menschen zerstören ihr Lebensglück selbst und sterben aufgrund dieser evolutionären Benachteiligung früher oder später aus. Übrig bleiben entweder Menschen die über Macht Glück empfinden oder Menschen, die über Liebe Glück empfinden, oder die, die gar kein Glück empfinden können.
Aber mit Menschen die Glück über Macht empfinden will kaum jemand zusammen sein, weil Macht bedeutet, dass man in der Lage ist jemanden zu irgendetwas zu zwingen. Wer will schon mit jemandem zusammen sein, der Glück darüber empfindet andere Menschen zu irgendetwas zwingen zu können. Also sind solche Menschen auch evolutionär benachteiligt, ausgenommen die, die es schaffen, ihre Eigenschaft Glück über Macht zu empfinden zu verschleiern. Es kann also keinen ehrlichen Menschen geben, der über Macht Glück empfindet.
Umgekehrt kann es aber kaum unehrliche Menschen geben, die über die Liebe Glück empfinden. Weil die Liebe auf Vertrauen basiert und man das Vertrauen in einen Menschen nur einmal verliert. Menschen die unehrlich sind, können das Vertrauen und dadurch die Liebe zerstören, wodurch sie unglücklich werden und dadurch evolutionär benachteiligt sind.
Nicht liebenswerte Menschen müssen auch viel strenger, penibler und disziplinierter sein, um überleben zu können, als liebenswerte Menschen, denn wenn ein liebenswerter Mensch in Not gerät, dann kann er aufgrund seiner Liebenswertigkeit viel leichter Hilfe von einem anderen Menschen bekommen als ein nicht liebenswerter Mensch. Gesellschaften, in denen viele nicht liebenswerte Menschen leben, sind besser organisiert und auf mögliche Eventualitäten vorbereitet. Liebenswerte Menschen können es sich leisten, das Leben lockerer zu sehen. Nicht liebenswerte Menschen dagegen, die das Leben locker nehmen, können sehr leicht aussterben, weil wenn sie in Not geraten, schwer Hilfe bekommen.
Soziale Intelligenz und Menschenkenntnis sind für liebenswerte Menschen eine Notwendigkeit und evolutionär ein großer Vorteil, denn wenn man sich in den falschen Menschen verliebt, dann kann man leicht verletzt werden und dadurch ein evolutionär benachteiligtes Leben führen.
Durch die Schwäche der Menschen, auf Kooperation angewiesen zu sein, entstanden bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die innerhalb des Kollektivs überleben konnten und wodurch die Menschen, hinsichtlich ihrer zwischenmenschlichen Agitation, kategorisierbar sind. Das heißt nicht, dass es nicht auch Menschen geben kann, denen gleichzeitig Eigenschaften mehrerer Persönlichkeiten zugeordnet werden können. Aber solche Menschen leiden unter psychischen Beeinträchtigungen (Persönlichkeitsstörungen), wodurch sie erstens evolutionär selten und zweitens sehr mit sich selbst beschäftigt und dadurch für die Erklärung der bedeutenden Probleme in der Welt nicht relevant sind.
Die Menschen lassen sich nach ihrer Liebenswertigkeit in zwei Hauptgruppen einteilen, in liebenswerte Menschen (Herzmenschen) und in nicht liebenswerte Menschen (Machtmenschen). Bezüglich der Liebenswertigkeit eines Menschen ist nicht die Meinung eines Einzelnen maßgebend, sondern vielmehr das Kollektiv. Kein Mensch muss von allen Menschen geliebt werden, es reicht vollkommen aus wenn man einige wenige Menschen findet, die mit einem zusammenarbeiten wollen, ohne dass man Macht über diese Menschen ausüben muss.
Herzmenschen leben eine Kultur des Gebens. Machtmenschen dagegen vollführen eine Politik des Nehmens. Wenn man ein Auge zudrückt, kann man diese Formen des Zusammenlebens von Menschen als gleichwertig funktionierend betrachten. Konflikte entstehen hauptsächlich, wenn Herzmenschen und Machtmenschen in einer Gesellschaft zusammen leben (müssen). Herzmenschen bereichern sich nicht und behalten nur soviel wie sie brauchen, den Rest geben sie gerne her und versuchen damit anderen zu helfen. Machtmenschen dagegen nehmen nur und geben nichts her, darin liegt ihre mangelnde Liebenswertigkeit begründet. Dadurch verschiebt sich in einer modernen Gesellschaft mit komplexen Strukturen und Abhängigkeiten der Reichtum immer mehr zu den Machtmenschen, wodurch soziale Konflikte entstehen, wie zum Beispiel Kriminalität, Hass, Vorurteile und Terrorismus. Ein Mensch, der von seinem Charakter her nicht nach Reichtum strebt, aber von Machtmenschen bestimmte Statussymbole propagiert und vorgelebt bekommt, der wird zum Menschen zweiter Klasse degradiert. Sofern dieser Mensch nicht über die Charakterstärke und Intelligenz verfügt da drüberzustehen, wird er dadurch in die Kriminalität getrieben, um so seiner Erniedrigung entgegenzuwirken und Gerechtigkeit walten zu lassen. Es ist nicht gerecht, dass die Herzmenschen eher die Arbeiter sind, während die Machtmenschen (Reiche, Verwalter, ...) sich erhalten lassen. Obwohl die Arbeiter alles erarbeiten, vom Gesamtvermögen am wenigsten haben.
Die Persönlichkeit der Herzmenschen (liebenswerten Menschen) wird durch soziale Intelligenz, Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und einem Hang zur solidarisches Handeln bestimmt. Mitgefühl (Empathie) beeinflusst die Liebenswertigkeit enorm (positiv). Ein Herzmensch arbeitet um zu leben und definiert sich nicht über seine Arbeit, sondern vielmehr über seine Freunde und seine Lebensfreude, und durch seinen Beitrag für eine bessere Welt. Die Herzmenschen kann man in zwei Gruppen unterteilen. In normale Herzmenschen und in besonders liebenswerte Menschen, die über Macht ein gewisses Angst- oder Warngefühl empfinden können. Diese Menschen werden durch ein Gefühl instinktiv davor gewarnt, Macht auszuüben.
Die Persönlichkeit der Machtmenschen (nicht liebenswerten Menschen) wird unter anderem durch ein Hang zum egoistischen Handeln, mangelndes Mitgefühl (Empathie) und Konkurrenzdenken bestimmt. Ein Machtmensch lebt um zu arbeiten und definiert sich über seine Arbeit. Einem Machtmenschen ist es wichtig was er arbeitet und er meidet daher niedere Tätigkeiten. Die Machtmenschen muss man in zwei Untergruppen einteilen. In Menschen die kein oder nur wenig Glück empfinden können (Kaltmenschen) und in Menschen die über Macht Glück empfinden. Die Probleme, die durch Kaltmenschen verursacht werden, können toleriert werden. Denn die Probleme der Welt sind in erster Linie auf die Handlungen von (machtsüchtigen) Menschen zurückzuführen, die über Macht Glück empfinden. Diese Menschen werden oft als Psychopathen bezeichnet. Man kann nur Macht ausüben, wenn man Menschen in eine Zwangslage bringt. Diese Menschen empfinden also Glück darüber, andere Menschen in eine Zwangslage zu bringen. Dies ist natürlich für liebenswerte Menschen eine Katastrophe, da das Persönlichkeitsprofil des machtsüchtigen Menschen auch mit mangelndes Mitgefühl, Ehrlichkeits- und Gerechtigkeitssinn verbunden ist.
Neben den Grundeigenschaften der Persönlichkeit des Menschen hat vor allem die Intelligenz und die relativierende Eigenschaft des Intellekts einen großen Einfluss auf die reale Persönlichkeit. Nehmen wir zum Beispiel die Eigenschaft Mitgefühl her. Ein Mensch kann nur dann Mitgefühl empfinden und liebenswert agieren, wenn er die Intelligenz besitzt, die Gefühle eines anderen Menschen richtig zu begreifen und zu deuten. Auch ein Gerechtigkeitssinn ist, ohne die entsprechende Intelligenz dahinter, sehr gefährlich und viel gefährlicher als ein Mensch ohne Gerechtigkeitssinn. Ein Gerechtigkeitsstreben gepaart mit Dummheit ist eines der gefährlichsten Charakterkombination überhaupt. Denn ein dummer Mensch kann trotz Gerechtigkeitsstreben (oder gerade deswegen), aufgrund falscher Vorstellungen, sehr ungerecht handeln. Intelligenz ist daher für die Liebenswertigkeit ein bedeutender Faktor. Stark ausgeprägte (instinktive) soziale Gefühle können allerdings eine mangelnde Intelligenz kompensieren, also auch weniger intelligente Menschen können unter Umständen liebenswert sein. Umgekehrt allerdings funktioniert es nicht. Eine hohe Intelligenz kann eine fehlende Herzlichkeit nicht kompensieren, sehr wohl aber relativieren. Intelligente Menschen können, sofern sie einen Sinn darin finden (und die ist meistens gegeben), ihre instinktiven Motive durch ihr Intellekt anpassen und sich sozial verhalten, indem sie zum Beispiel ihren möglichen krankhaften Triebe durch ihren Geist unter Kontrolle halten und einen anderen Sinn im Leben finden, der keine Probleme verursacht. Die Probleme in der Welt sind also weniger auf böse, kalte, egoistische oder machtsüchtige Menschen zurückzuführen, sondern vielmehr auf die Dummheit (Unüberlegtheit und Unwissenheit) der Menschen. Indem man die Menschen aufklärt, kann man aber etwas gegen die Dummheit bewirken.
Die Aufgabe der Politiker sollte also sein, den Menschen gute moralische Werte zu lehren und weniger sie über Macht (Gewalt) in ein Verhaltensschema zu zwingen. Aber die Politiker gehören ja selbst zu dieser Gruppe von Menschen, die sich aufgrund ihrer Dummheit hocharbeiten. Sie müssten selbst aufgeklärt und belehrt werden. Das ist das Problem.
Nicht liebenswerte Menschen, denen die relativierende Kraft des Intellekts fehlt, streben am eifrigsten im Machtsystem nach oben und verursachen durch ihr Gier und Machtsucht ökonomische und soziale Probleme. Andere unreflektierte Menschen eifern diesen Menschen nach, die eine gewisse Anzahl an Menschen zufrieden stellen müssen, damit sie ihr Machtsystem aufrecht erhalten können. Die Verlierer des Machtsystems sind die Dümmsten der Dummen. Diese ärmsten Schlucker, die ihre Situation spüren, versuchen sich natürlich zu wehren. Aufgrund ihrer minderen Geisteskräfte und ihrem geringen Einfluss können sie sich schwer wehren und reagieren durch Hass, Vorurteile und Ausgrenzung gegenüber oberflächlichen Eigenschaften von Menschen oder durch Kriminalität. Dieses Wehrverhalten aber fordert wiederum unschuldige Opfer, wodurch sich eine Gewaltspirale entwickeln kann. Die eigentlichen Verursacher hinter diesen Problemen, also diverse Machtbonzen, die durch Polizeigewalt geschützt in ihren Institutionen sitzen, ahnen aufgrund ihrer fehlenden geistigen Möglichkeiten nicht einmal, dass ihre Taten die Ursache für die Probleme sein könnten. Also selbst wenn diese Menschen an der Macht die Probleme lösen wollten, können sie es nicht, weil sie sie nicht begreifen. Hier ist also zumindest Aufklärung von außen nötig. Die Machtmenschen reagieren auf Probleme durch die versuchte Erhöhung der Macht und Kontrolle, um der Lage Herr zu werden und die Opfer, die zu Tätern gemacht werden, werden über mediale Macht schlechtgeredet und niedergemacht.
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