Glauben


Der Glaube ist einer der fundamentalsten Begleiter des bewussten Lebens. Ein Lebewesen, das zu reflexivem Denken über sich selbst und über die Welt fähig ist, dem ist der Glaube eine Notwendigkeit, um im Alltag sinnvoll und vorsorglich (zukunftssicher) handeln zu können. Selbst die Behauptung, dass kein bewusstes Handeln ohne einem Glauben möglich ist, kann argumentativ durchaus begründet werden.

Dieses alltägliche Glauben ist aber meist unbewusst, weil man glaubt zu wissen. Die Energie der Sonne ist zum Beispiel für das Leben auf der Erde notwendig. Somit ist es lebensnotwendig, dass die Sonne am nächsten Tag wieder am Himmel erscheint und den Menschen die lebensnotwendige Wärme spendet. Damit der bewusst lebende Mensch heute sinnvoll sein Tag gestalten und für das Morgen vorsorgen kann, muss er daran glauben, dass die Sonne am nächsten Tag wieder am Himmel erscheint und nicht über Nacht aus ihrer Umlaufbahn gerät und sich in Richtung Unendlichkeit vertschüsst. Natürlich behaupten die meisten Menschen, dass sie wissen, dass die Sonne sicher und natürlich auch am nächsten Tag am Himmel erscheinen wird.

Um sinnvoll und vorsorglich zu leben ist es auch notwendig, dass man daran glaubt, dass man den nächsten Tag oder die nächste Woche überhaupt erlebt und nicht in der nächsten Zeit stirbt, zum Beispiel aufgrund eines Unfalls. Wissen kann man es nicht, man kann nur daran glauben, dass es nicht passiert, damit man entsprechend (sinnvoll) leben kann. Wenn man damit rechnet, dass man am Nachmittag bei einem Autounfall ums Leben kommt, dann wird man schwer einen Sinn darin finden, zum Beispiel am Vormittag in die Arbeit zu gehen.

Auch Liebe ist eine Form des Glaubens. Die Liebe zum Beispiel zu einem Menschen kann im Glauben begründet sein, dass dieser Mensch einem immer wohlgesinnt bleiben wird. Zu glauben ist also eine Form des Vertrauens. Vertrauen ist notwendig um das Leben zu ertragen, weil kein Mensch in ständiger Angst, Furcht und Unsicherheit leben kann und will. Das Glauben kann auch als eine gewisse Erwartungshaltung betrachtet werden – eine Erwartung, dass gewisse (gute) Begebenheiten eintreten oder zumindest eintreten können, wodurch sich Sorgen erübrigen oder zumindest gelindert werden.

Die Wissenschaft versucht das Phänomen des Glaubens zu überwinden, indem sie eine gewisse Nachvollziehbarkeit propagiert, wodurch sich aufgrund bestimmter Eigenschaften der Menschen eine gewisse Einigkeit hervorrufen lässt, wodurch allerdings lediglich ein Glauben an die Wissenschaft entsteht bzw. entstehen kann.

Zu Glauben hat für einen Menschen mit Problemen und Schwierigkeiten ganz besondere Bedeutung. Hier kann der Glaube in besonderem Maße Sinn und Sicherheit geben um den Alltag zu ertragen, z. B. indem man sich einredet, dass es besser werden kann, wenn bestimmte Umstände eintreten werden. Man glaubt also daran, dass bestimmte Umstände eintreten können und beruhigt sich dadurch. Manche Menschen die weniger an sich selbst glauben, glauben eher an jemand anderen, der einem erwartungsgemäß wohlgesinnt bleibt oder sein wird. Dieser kann real oder aber auch irreal sein, wie zum Beispiel ein Herrscher oder ein politisches System, oder eben ein Gott.

Der eine glaubt zu wissen, dass die Sonne am nächsten Tag wieder am Himmel erscheinen wird und der andere glaubt zu wissen, dass es einen gerechten Gott gibt. Diese Umstände, also das Glauben an und für sich, stellen noch kein Problem dar, sondern sind vielmehr sinnvolle Begleiter des Menschen und ermöglichen ein ökonomisches und ertragbares Leben. Zu Glauben wird erst dann zum Problem, wenn es von bösartigen Menschen ausgenützt, missbraucht, gezielt verursacht oder gefördert wird, um die Gläubigen für eigene Zwecke zu mobilisieren.

Eines der Hauptmotive bösartiger Menschen den Glauben der Menschen zu instrumentalisieren oder gar zu initiieren ist, sich parasitär von den Gläubigen in der Verwaltung erhalten zu lassen oder sich sogar zu bereichern. Man kann sich dazu die herrschenden Probleme zunutze machen oder gezielt dafür Probleme verursachen bzw. die von bösartigen Menschen verursachten Probleme als bösartiger Mensch nützen, um sich parasitär zu bereichern. Hetze und Verängstigung sind zum Beispiel Mittel, um parasitäre Posten zu schaffen. Indem man Menschen zum Beispiel verhetzt, schafft man Probleme, weil dieser künstlich geschaffene Hass Gewalt und Gegengewalt fördert. Diese Probleme können dann zur Folge haben, dass man sich noch mehr den Institutionen (Staat, Wissenschaft, Kirche, ...) anvertraut, die aber selbst die eigentlichen Ursachen für die Probleme sind. Mit der Zeit werden dann diese Zusammenhänge so komplex, dass die Ursachen und Wirkung nicht eruierbar sind und somit die Institutionen zu ganz normalen Einrichtungen werden.

Jede Form von Verwaltung ist direkt oder indirekt von bösartigen Menschen verursacht und wird von bösartigen Menschen aufrecht erhalten. Ob das jetzt innerhalb einer politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder religiösen Institution stadtfindet ist einerlei. Bösartige Menschen verursachen die Verwaltung und bösartige Menschen missbrauchen diese für eigene Zwecke. Zwar kann man Bosheit und Dummheit von außen nicht auseinanderhalten, allerdings kann man Menschen, die sich in komplexen Machstrukturen weit hocharbeiten können, eine gewissen geistige Erfahrung nicht absprechen, auch wenn man nicht von hoher Intelligenz sprechen kann, wenn ein Mensch sich derart dem potenziellen Hass und der Gewalt anderer Menschen aussetzt, außer vielleicht bei besonders kalten und gefühlslosen Menschen.

Wie so oft, dient auch hier die Liebe dazu, bestimmte instinktive Verhaltensweisen von Menschen zu erklären. Die Fähigkeit wahrhaft zu lieben ist aus evolutionstechnischen Gründen eher dem liebenswerten Menschen vorbehalten. Die wahre Liebe ermöglicht dem Menschen einen sehr effizienten, ökonomischen, relativ unproblematischen und institutionell am schwersten missbrauchbaren Weg, um das Leben sinnvoll und sicher zu gestalten, worin auch die Liebenswertigkeit eines Menschen begründet ist. Wenn einem aber die Fähigkeit zu lieben nicht gegeben ist, dann bleibt einem nur mehr das Glauben in Formen, die leichter institutionalisiert werden können. Unter diesen ist religiöses Glauben die unproblematischste. Wenn einem sowohl die Liebe, als auch die Religion als Sinn- und Sicherheitsfindung verwehrt bleibt, dann bleibt einem nur mehr die Arbeit (Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, ...). Jenen Menschen, die in der Arbeit den Sinn fürs Leben finden, ist nicht egal was sie arbeiten. Sie möchten also keine niederen Tätigkeit ausüben, sondern sie arbeiten sich hoch. Solche Menschen sind prädestiniert für die Verwaltung. Da diese Menschen eher nicht liebenswert sind und es Gründe dafür gibt, wieso diese Menschen nicht liebenswert sind, erklärt das, wieso es so viele Probleme in der Welt gibt, wie u. a. Kriege, Parasitentum, Sklaverei, Verhetzung, Ausbeutung und Folter. Bzw., weil diese Menschen so viele Probleme verursachen, sind sie nicht liebenswert. Liebenswerte Menschen sind Menschen, die keine Probleme verursachen, also eher einfache ehrliche Arbeiter, die nicht verwalten, herrschen, überwachen, versklaven, besitzen, bekriegen, sich bereichern wollen, weil das alles mit Problemen verbunden ist.


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